Degerloch

Degerloch befindet sich am Südrand der Innenstadt auf der Filder-Hochebene. Diese liegt etwa 200m höher als die Stuttgarter Innenstadt. Der höchste Punkt ist nahe des Wasserturms. Nördlich, in Richtung Innenstadt, fällt Degerloch flach ab. Im Südwesten von Degerloch ist das Gewerbegebiet „Tränke“ angesiedelt, im Norden liegt das Geschäftszentrum. An dieses grenzt, aus südlicher Richtung, das alte Zentrum der Michaelskirche, das neu erbaute Feuerwehrhaus und das Bürgerzentrum. Als teuerste Adressen Stuttgarts gelten die Wohnlagen Haigst und Waldau. Dort sind zahlreiche Villen und luxuriöse Wohnhäuser mit großflächigen Gärten zu finden. Die Schönheit dieses Fleckchens hatte auch einst der erste Bundespräsident der Bundesrepublik entdeckt. Theodor Heuss lebte in einer Villa in der Löwenstraße. Noch heute ist diese mit einer Gedenktafel gekennzeichnet.

Geschichte

Aufzeichnungen zu Folge belegen die ersten Funde menschlicher Siedlungen eine erste Teil-Besiedlung Degerlochs in der Jungsteinzeit, etwa um 2000 v. Chr. Die heutige Besiedlung erfolgte vermutlich um 500 n. Chr. durch die Alemannen von Möhringen aus. Aus dieser Zeit leitet sich auch der heutige Name Degerloch ab. Dieser stammt vom Wort „Tegerlohe“ ab, was so viel wie „dichter Wald“ bedeutet. Ursprünglich war damit der Wald westlich von Möhringen gemeint, dieser übertrug sich aber später auf die ersten Siedlungen, welche zunächst aus einzelnen Höfen bestand. Urkundlich wurde Degerloch erstmalig 1100 erwähnt. Zu dieser Zeit umfasste die Siedlung zwölf Häuser und gehörte, durch eine Schenkung, dem Kloster Hirsau. Mit den Jahren und den Kriegen folgten zahlreiche Plünderungen, Attacken und sogar eine Niederbrennung. Die großen Nutzflächen, die zum Acker-, Obst- und Weinanbau einladen, wurden um 1850 von Bauern gepachtet und genutzt. Aufgrund der nun beengten Wohnsituation und der ärmlichen Verhältnisse kam es, im 19. Jahrhundert, zu einer Auswanderung von rund 250 Anwohnern. Mit der Industrialisierung kam der Umschwung. Neue Weinsteige bedeuteten Einfallstraßen und durch die Dampfzahnradbahn wies der Ort nun wichtige Verkehrsanbindungen auf. Ein gewisser Wohlstand kehrte ein und Degerloch entwickelte sich in einen Handwerks- und Gewerbeort.

Degerloch
Am 1. August 1908 wurde Degerloch, als neuer Stadtbezirk, nach Stuttgart eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

Degerloch hat auch einige schöne und sehenswerte Orte und Bauten zu bieten, die definitiv einen Besuch wert sind. Diese wären:

  • Der Wasserturm aus dem Jahre 1911
  • Das Rathaus von 1845
  • Der Stuttgarter Fernsehturm
  • Das Naturkundemuseum „Haus des Waldes“
  • Denkmalgeschützte Villen entlang der Jahnstraße
  • Die Michaelskirche
  • Die älteste Pfeifenorgel Degerlochs befindet sich in der neuapostolischen Kirche
  • Der Waldfriedhof Stuttgart. Dort befinden sich die Grabstätten von zahlreicher Prominenz
  • Der Dornhaldenfriedhof beherbergt die Gräber der RAF-Mitglieder
  • Der Alte Friedhof (am ehemaligen Zahnradbahnhof) bietet historische Grabmäler