Fairtrade-Stadt Stuttgart

Fairtrade-Stadt Stuttgart

Stuttgarts lokaler Ansatz


Stuttgart baut in seiner Funktion als Fairtrade Stadt auf einen bezirkspolitischen Ansatz. Auf der Ebene der Stadtbezirke haben sich daher viele Unter-Steuerungsgruppen gebildet, die unter der Leitung der jeweiligen Bezirksvorsteher für die konkrete Umsetzung der einzelnen Projekte sorgen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die lokalen Einrichtungen wie Gastronomie, Einzelhandel und Vereine, aber auch kirchliche Gruppen und Schulen. Die Steuerungsgruppen sorgen dafür, dass die Stuttgarter die fairen Produkte nicht nur in den großen Supermarktketten finden, sondern auch in kleineren Einzelhandelsgeschäften. So wird sichergestellt, dass auch die lokalen Bio-Nahrungsmittel großflächig vertrieben werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Stadtbezirken kristallisierte sich auch schnell Stuttgarts Vorreiterrolle in Sachen Fairtrade Town heraus, denn 2011 wurde Degerloch zusammen mit Berlin-Charlottenburg zum ersten deutschen Fairtrade-Stadtbezirk.  

Neben über 2.200 anderen Städten in 25 Ländern zählt auch Stuttgart seit Herbst 2013 zu den anerkannten Fairtrade Kommunen der „Kampagne Fairtrade Towns“. Im Jahr 2000 startete das Projekt in Großbritannien, wo es inzwischen mehr als 500 Städte gibt, die sich dem gerechten Handel verschrieben haben. Unabhängige Zertifizierungsorganisationen wie der Kölner Verein TransFair e.V. sichern den Erhalt des hohen Fairtrade-Standards, zu dem auch das Verbot von Kinderarbeit oder die Durchsetzung der Gewerkschaftsfreiheit zählen.

Was sind Fairtrade Städte?


Fairtrade Städte setzten sich gezielt für den fairen Handel auf kommunaler Ebene ein und fördern dabei das Entstehen von gerechten Produktionsbedingungen, umweltschonenden Herstellungsprozessen und sozialen Handelsstrukturen. Längerfristiges Ziel ist dabei durch Kauf und Verkauf dieser nachhaltigen Produkte eine gerechte Welthandelsordnung zu schaffen und einen verantwortungsvollen Konsum zu etablieren. Daher muss jede Kommune die folgenden Kriterien erfüllen um Teil der Kampagne zu werden: 

  • Verabschiedung eines Ratsbeschlusses zur Unterstützung des Fairen Handels. 

  • Gründung einer Steuerungsgruppe, die die Projekte innerhalb der Stadt koordinieren. Diese Gruppe muss aus Vertretern der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft bestehen, beispielsweise ist häufig der (Ober-)Bürgermeister einer Stadt Mitglied in der Steuerungsgruppe.

  • Vertrieb von Fairtrade Produkten in lokalen Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben.

  • Verwendung von fair-gehandelten Produkten in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Vereinen.

  • Sicherstellung einer breiten, medialen Berichterstattung über die Kampagne, dabei können sich die Städte an einem Richtwert von vier Artikeln pro Jahr orientieren.